Ausgabe Nr.
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J M upload 31.05.2022, Viva Edition 188 | Print article

Opernfestival 2022 endet mit Hoffmann's Erzählungen

um Abschluss des 55. Opernfestivals 2022 im ehrwürdigen Teatro Pérez Galdós steht die Inszenierung von Jacques Offenbachs „Les Contes d’Hoffmann“ (dt. Hoffmanns Erzählungen) auf dem Plan. Der grandiose deutsch-französische Komponist wollte mit diesem letzten Bühnenwerk als Opernkomponist ernst genommen werden und nicht mehr ‚nur‘ als Schöpfer der leichten Muse à la Operette gelten.

In jahrelanger mühevoller Arbeit, von der Gicht geplagt und teilweise ans Bett gefesselt, konnte er dieses Werk nicht mehr vollenden, das im Jahr 1881, vier Monate nach seinem Tod, uraufgeführt wurde. Dabei gelang ihm eine Komposition für die Ewigkeit und heutzutage ist es neben Bizets „Carmen“ die meistgespielte französische Oper. Als Vorlage diente Jacques Offenbach ein Textbuch des Schauspiels von Jules Barbier und Michael Carré aus dem Jahr 1851, das auf verschiedenen Erzählungen des deutschen Universalgenies E.T.A. Hoffmann basiert.

Handlung

Deutschland und Italien um 1800.

Wir treffen den vom leben gezeichneten Protagonisten Hoffmann in einer Kneipe, wo er seinen Kummer in Alkohol ertränkt und seinen Saufkumpagnen über seine gescheiterten Liebesabenteuer erzählt.

Drei Frauen, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten und sie spiegeln drei Typen der weiblichen Natur wider: die Seelenlos-Mechanische, die Sensible und die Dominante.

• Es beginnt im zweiten Akt mit der mechanischen Puppe Olympia, die Hoffmann mit einer geheimnisvollen magischen Brille für echt hält. Berühmt ist die mechanisch vorgetragene Arie  „Les oiseaux dans la charmille“.

Weiter geht es mit der kränkelnden Antonia, deren Mutter an einer geheimnisvollen Krankheit verstarb, die von Singen ausgelöst wurde. Während ihr Vater ihr das Singen verbietet, überredet Hoffmann sie dazu und sie geht trillernd zugrunde.

Den vierten Akt eröffnet die sündige Giulietta im opulent venezianischen Palazzo mit der weltbekannten Arie „Barcarole“. Sie soll Hoffmanns Seele stehlen und ihr winkt als Belohnung ein großer Diamant. Auf turbulente Weise gelingt es ihr, doch ihr Lohn sollte ein  vergifteter Kelch Wein sein. 

Im fünften und letzten Akt gesellt sich die Opernsängerin Stella zur Gesellschaft, was der schwer alkoholisierte  Hoffmann nicht mehr richtig wahrnimmt. Sie verlässt die Kneipe und übrig bleibt Hoffmanns Muse Niklausse, die sich freut, dass sich Hoffmann wieder dem Schreiben von  fantastischen Geschichten widmen wird.

HAUPTROLLEN

• Der mexikanisch-stämmige Tenor Arturo Chacón Cruz hat seit seinem Sieg bei der Operalia Competition im Jahr 2005 viele weitere renommierte Gesangswettbewerbe gewonnen und nicht zuletzt dadurch an den großen Bühnen dieser Welt gesungen. Er gilt als großer Stern am Opernhimmel, der dies als „Aufstrebender Künstler des Jahres 2017“ untermauerte. 

• Die australische Sopranistin Jessica Pratt glänzt in der Rolle der mechanischen Puppe Olympia

• In der Rolle der sensiblen Antonia brilliert die vielfach ausgezeichnete bolivianisch-albanische Sopranistin Carolina López Morena. Erst im Vorjahr gewann die talentierte Künstlerin den internationalen Gesangswettbewerb der Nationaloper Albanien und war zudem Finalistin des Wettbewerbs Gran Teatro del Liceu.

• Die verruchte Giulietta mit dem tragischen Ende wird von der ukrainischen Sopranistin Olga Syniakova performed. Mailand, Avignon, Bremen, Madrid, Linz etc., ihre Engagements führen Sie in die ganze Welt. Sie gewann mehrere Wettbewerbe, u. a. den internationalen Gesangswettbewerb Alfredo Kraus. Mit vielschichtiger Zurückhaltung und technischer Brillanz verzaubert sie das Publikum und gilt als großes Talent.

Weitere Besetzung

• Aitana Sanz (Stella)

• Rubén Amoretti (Lindorf/Coppelius/

  Miracle)

• Paola Gardina (Musa/Nicklausse)

• Reinaldo Macias (Nathaël/Frantz)

• Isaac Galán (Hermann/Crespel)

• Nora Carrasco (Stimme der Mutter)

• Héctor Rodríguez (André)

Musikalische Leitung: Yves Abel

Bühnenbild: Bárbara Lluch

Orchester: Philharmonisches Orchester Gran Canaria (OFGC) sowie der Chor des OFGC unter der Leitung von Olga Santana.

Tickets - siehe Eventkalender S. 38