Ausgabe Nr.
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J M upload 04.02.2021, Viva Edition 172 | Print article

Spanien: Status der  Covid-19 Impfungen (Stand Ende Januar 2021)

Die weltweite SARS-CoV-2 Pandemie hielt 2020 die Welt in Atem und der erste langersehnte Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde im Herbst des Vorjahrs genehmigt. Im Dezember erhielt dieser schließlich auch von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA die Lizenz. Am 27. Dezember 2020 wurde europaweit mit den Impfungen begonnen. Inzwischen steht fest, dass die Produktionskapazitäten die erforderlichen Mengen am Weltmarkt kurzfristig nicht bedienen werden können. Die Lizenzerteilung von weiteren Impfstoffen wird wohlwollend zur Kenntnis genommen.

In Israel hat bereits mehr als ein Drittel der Bevölkerung die Impfung gegen Covid-19 erhalten. Ende Januar 2021 werden international begierig  Erkenntnisse über den Impfstoff erwartet, welche die vorliegenden Informationen wertvoll bereichern werden. Besonders interessant wird sein, wie sich durch einen teilweisen Impfschutz die epidemiologische Situation entwickeln wird.

Auch in Bahrein (8,5 %), in den Vereinigten Arabischen Emiraten (23,6 %) und in Großbritannien (8,6 %) ist man mit den Vakzinationen weit fortgeschritten. Im Vereinten Königreich wird aufgrund des Mangels an Impfstoffen neuerdings auf eine neue Strategie gesetzt. Diese sieht vor, die verfügbaren Impfdosen schnellstens an so viele Menschen wie möglich zu verabreichen und die zweite Teilimpfung erst nach 12 Wochen durchzuführen, also nicht nach 3 Wochen, wie vom Hersteller empfohlen. Argumentiert wird dies damit, dass ein Impfschutz von bis zu 89 % bereits mit der ersten Impfung vorhanden sei.

In Spanien wurden 2,4 % der Bevölkerung geimpft. Vergleich durchgeführte Impfungen: 1,8 % der Bevölkerung in Deutschland, 2 % in der Schweiz und 1,9 % in Österreich. (Quelle: Dashboard von Our World In Data)

Ungeachtet dieses hoffnungsvollen Beginns der Vakzinationen wird es voraussichtlich bis zu zwei Jahre dauern, bis ein ausreichender Anteil der Bevölkerung geimpft werden kann, um eine „Herdenimmunität“ zu erzielen. Daher wird auf der ganzen Welt parallel an der Entwicklung von Medikamenten gearbeitet. Eines dieser Pilotprojekte ist das der Universität Navarra und dem Instituto de Salud Global aus Barcelona unter der Leitung von Carlos Chaccour, welches von der Stiftung Caixa finanziert wird. Die Ergebnisse der in vitro „Ivermectina“ Wirkung, wie leichtere Krankheitsverläufe, kürzere Krankheitsdauer etc., wurden in der Fachzeitschrift EClinicalMedicine der Gruppe Lancet vorgestellt. Noch liegen zu wenig Daten für eine zuverlässige Aussagekraft vor.

Auch auf den Kanarischen Inseln wurden bereits 47.485 Impfungen durchgeführt, was 99,1 % der gelieferten Dosen entspricht (Stand: 25. Januar 2021). Die vulnerablen Personen der Stufe 1 der Impfstrategie (Bewohner von Seniorenheimen und das Personal) sind fast zur Gänze und die Vakzinationen der Stufe II, also die MitarbeiterInnen aus dem Gesundheitswesen, größtenteils abgeschlossen. Die letzte Imfpung der vorhandenen Dosen erfolgte am 21. Januar 2021.

Impfregister geplant

Die Impfungen der restlichen Bevölkerung werden phasenweise, gemäß der vom Gesundheitsministerium definierten Impfstrategie, erfolgen. Zwar werden diese freiwillig sein, doch werden alle Personen, die sich weigern sich impfen zu lassen, registriert, so der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa. Die zentral gesammelten Geodaten sollen Auskunft über die Gründe der Impfverweigerungen geben.